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Empfehlung des Monats Februar

 

Foto: Deutike im Paul Zsolnay Verlag

Friedrich Mandelbaum sitzt als kleiner Bub im Kino und bewundert seinen Namensvetter Friedrich Austerlitz. Dieser war damals schon als Fred Astaire berühmt, Mandelbaum sollte nach der Flucht seiner Familie vor den Nazis als Frederic Morton ein beliebter Schriftsteller werden. In seiner Biografie „Durch die Welt nach Hause“ beschreibt er seine Lebensstationen in Wien, England und Amerika. Das Buch ist aber keine herkömmliche Biografie, sondern ein Plädoyer für die Familie. Seine Verehrung gegenüber den Eltern auf der einen Seite und seine Liebe zu seiner eigenen Familie auf der anderen Seite machen den Reiz des Buches aus.

In seinem Bericht über seine früheste Kindheit klingt in gewisser Weise jenes Thema Zweigs an, welches dieser in seiner Biografie als eine „Welt der Sicherheit“ beschreibt. Durch die Barbarei der Nazis ging diese Epoche unwiederbringlich verloren. Bei der Schilderung der Firma seines Großvaters weist Morton auch auf das Prinzip des Wirtschaftens hin, das er als „die Fabrik“ bezeichnet (In „Crosstown Sabbath“ hat er dieser Problematik ein ganzes Buch gewidmet.). Ein wunderbar leicht geschriebenes Buch, das sich schwer in die Seele einbrennt.

Deuticke im Paul Zsolnay Verlag, 2006, ISBN 3-552-06030-8

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